Proaktiv zu handeln bedeutet, die Initiative zu ergreifen

Eure Freiheit steht auf dem Spiel! Eure Freiheit, mit Euren Motorrädern zu fahren… wann Ihr wollt, wo Ihr wollt und mit wem Ihr wollt. Eure Initiative entscheidet darüber, ob Eure Freiheit erhalten bleibt. Die Bestrebungen, das Motorradfahren unter dem Vorwand der Lärmbelästigung zu verbieten sind Realität und die „Aktivisten“ frohlocken in Ihren Foren bereits angesichts der Beschlussfassung des Bundesrates. Das Ende des Motorrades, wie wir es kennen, wird herbei gesehnt.

Seid proaktiv, seid kreativ, seid mutig, seid entschlossen!

Ob einzeln, in der Gruppe oder mit dem ganzen Club…bringt Euren Protest zum Ausdruck! Zusammen werden wir verhindern dass dieser Verbotsirrsinn zum Gesetz wird. Nutzt Eure teilweise extremen Reichweiten in den sozialen Netzwerken und mobilisiert die Motorradfreunde. Lasst uns an Euren Aktionen teilhaben, schickt uns Eure Bilder, Ideen, Wünsche und Berichte.

Mit Euch, für Euch!

Biker treffen Bundesverkehrsminister

Gesprächsrunde am 21.07.20 in Berlin - das Treffen aus unserer Sicht -

Unserer persönlichen Einladung zur Motorrad-Demonstration am 12.07.2020 in Berlin konnte der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer aus terminlichen Gründen nicht folgen und sagte seine Teilnahme daher ab. Einhergehend ließ er uns wissen, dass er ein Gespräch mit den Vertretern der Motorradszene zur Entschließung des Bundesrates führen möchte. Die Einladung des Ministers ließ nicht lange auf sich warten und gemeinsam mit dem Bundesverband der Motorradfahrer e.V. (BVDM), der Biker Union e.V. (BU) und dem Industrieverband Motorrad e.V. (IVM) hatten wir am 21.07.2020 die Gelegenheit zum direkten Gespräch.

Der Verkehrsminister, begleitet von zwei Abteilungsleitern der Bereiche Kommunikation und Fahrzeugtechnik, bekräftigte gleich zu Beginn der Gesprächsrunde seine bereits bekannte Haltung zur Entschließung des Bundesrates. Schnell wurde die Komplexität des Themas ebenso klar, wie der Aufklärungs- und Redebedarf um die im Raum stehenden Verschärfungen und Verbote.

Mit beeindruckender Fachkompetenz und Sachkenntnis sezierten die Vertreter der BU, des BVDM und des IVM aus ihren Blickwinkeln die einzelnen Punkte der Entschließung. Als verkehrspolitisch unerfahrenste „Fraktion“ am Tisch hatten wir drei Kernfragen an den Minister.

  1. Wie bekommen wir die Entschließung des Bundesrates abschließend vom Tisch?
  2. Wie können wir den treibenden Kräften dahinter „den Stecker ziehen“?
  3. Was können wir gemeinsam tun, um das Motorrad aus der Schusslinie zu bekommen?

Angesichts der Tatsache, dass die aktuell bestehenden Regelungen und Gesetze ausreichend sind, stellen Verschärfungen und Erweiterungen für den Verkehrsminister keine Option dar. Er sieht keinen Handlungsbedarf und wird der Empfehlung nicht folgen. Seitens des Verkehrsministeriums sind insofern keine Aktivitäten zur Umsetzung der Bundesratsentschließung zu erwarten.

Für uns bleibt ein Gefühl der Ungewissheit, da wir nicht davon ausgehen, dass die Gegner des motorisierten Zweirades Ruhe geben werden.

Mit 13 Zustimmungen, 2 Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde die Entschließung des Bundesrates auf den Weg gebracht und hierbei waren alle Parteien beteiligt. Hier sieht das Ministerium deutlichen Aufklärungsbedarf zum Thema Geräuschemissionen. Verkehrsgeräusche dürfen nicht als „Motorradlärm“ und ein subjektives „Laut“ nicht zur physikalischen Größe deklariert werden.

Für uns als proaktive und freiheitliche Initiative bleibt der Eindruck, dass es den Initiatoren der Anti-Motorradkampagnen nicht um den Schutz einzelner Bürger vor irgendetwas, sondern einzig um die Beseitigung des (verbrennungs-)motorisierten Zweiradverkehrs geht. Die Geldströme müssen wir durchleuchten und die „Lärmschützer“ demaskieren.

Aufklärung und Erhaltung des positiven Erscheinungsbildes der Motorradgemeinde müssen nach Ansicht des Ministers Priorität haben. Das Fehlverhalten einzelner muss angesprochen und die Sensibilisierung zur Rücksichtnahme weiter vorangebracht werden. Michael Wilczynski vom BVDM brachte es auf den Punkt….“Fahren wir alle so, als ob wir selber dort wohnen würden.“ Es wird einen weiteren Termin mit dem Verkehrsminister geben, um diesbezügliche Aktivitäten zu konkretisieren.

 

Unser Fazit….es war ein erster, interessanter und konstruktiver Termin. Der Kampf für den Erhalt der Freiheit des Motorradfahrens beginnt gerade erst. Wenn wir die Fokussierung auf unser gemeinsames Ziel vernachlässigen, werden wir ihn verlieren. Die Einigkeit der Motorradgemeinde ist stärker denn je gefordert. Fachkompetenzen der Verbände, ihre Reichweite, ihre Kontakte und der Kampfgeist der Motorradgemeinde sind eine Basis. Gelingt es uns, diese Kräfte zu bündeln, werden sie eine Macht. Unsere Gegner machen mobil und wir müssen unsere Einigkeit entgegensetzen. Etwa 100.000 Biker von über 4 Millionen haben bei den bundesweiten Demonstrationen bisher Flagge gezeigt. 2,5%.

Wir werden kein Wasser auf die Mühlen der Motorradgegner gießen und durch unnötige Belästigungen provozieren. Wir werden aber auch keinesfalls zu Kreuze kriechen und uns den angestrebten, diskriminierenden Neuregelungen unterwerfen, nur um weiterhin an allen Tagen der Woche Motorrad zu fahren. Dieses Recht haben wir im Rahmen der STVO genau so, wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch mit seinem rechtmäßig zugelassenen Fahrzeug. Auf allen Strecken!

Die uns häufig gestellte Frage nach Sinn oder Unsinn weiterer Demonstrationen möchten wir sportlich beantworten. Sich gegen eine drohende Niederlage nach Kräften zu wehren ist niemals unsinnig und aktuell liegen wir zurück! Aufstellung und Taktik des Gegners verlangen unser Augenmerk.

Seid kreativ! Seid mutig! Seid entschlossen!

 

Protestaktion am 12.07.2020 in Berlin

Kundgebung & Motorradkorso durch die Stadt

Am 12.07.2020 folgten nach Angaben der Berliner Polizei etwa 2.500 Teilnehmer unserem Aufruf, ein deutliches Zeichen gegen die Initiative des Bundesrates zum Thema Fahrverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen zu setzen. Nach der Auftaktkundgebung am Olympischen Platz führte die Demonstrationsroute durch die Stadt, vorbei an der Siegessäule bis zum Brandenburger Tor, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Neben dem Appell an die gegenseitige Rücksichtnahme und das verantwortungsvolle Miteinander im Straßenverkehr stand die Sensibilisierung der Motorradgemeinde zur Vermeidung unnötiger Geräuschbelästigungen im Mittelpunkt der Redebeiträge. Ebenso wurde die Bereitschaft der Motorradszene zur konstruktiven Mitwirkung an Lösungen für bestehende Interessenkonflikte bekräftigt.

Den Fahrverbotsplänen des Bundesrates und den damit einhergehenden Kollektivstrafen wurde allerdings eine klare Absage erteilt. Blindem Aktionismus mit der Folge von Ausgrenzung und Diskriminierung wird sich die Motorradszene geschlossen entgegenstellen.

Video zur Veranstaltung – erstellt von PDM Rider

Video zur Veranstaltung – erstellt von Zero Pionier

Video zur Veranstaltung – erstellt von Zero Pionier (die elektrische Sicht)

Sternfahrt gegen Fahrverbote am 11.07.2020 in Berlin

Kundgebung mit dem BVDM am Brandenburger Tor

Eine beeindruckende Sternfahrt aus zwei Richtungen, initiiert durch BB Rider East, verlieh dem Protest der Motorradszene gegen die geplanten Fahrverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen Nachdruck. Vom Motorradtreff Spinnerbrücke und aus dem Nordosten Berlins führten die Routen jeweils zum Brandenburger Tor. Dem Aufruf folgten nach Angaben der Berliner Polizei mehr als 1.000 Teilnehmer. Die Solidarität der Motorradszene wurde einmal mehr deutlich und es dürfte nicht die letzte Aktion gewesen sein.

Mahnwache mit anschließender Ausfahrt in Aschaffenburg

Demonstration gegen Fahrverbote

Mehr als 600 Teilnehmer setzten am 31.05.2020 in Aschaffenburg mit Ihren Motorrädern ein deutliches Zeichen gegen die Pläne des Bunderates, die Rechte der Motorradfahrer mit Fahrverboten einzuschränken. Proaktiv hatten Curve_Writer und Black Phoenix zu einer Mahnwache mit anschließender Ausfahrt aufgerufen. Die starke Beteiligung zeigt, wie sehr die Motorradgemeinde diese unsäglichen Pläne umtreiben. Die Vergehen einzelner mit einer kollektiven Ausgrenzung unterbinden zu wollen, ist ein rechtswidriger und keinesfalls zielführender Ansatz. Die Unterscheidung zwischen Lärm und „Motorradlärm“ verdeutlicht den diskriminierenden Charakter dieser Pläne.

Streckensperrungen, unterschiedliche Geschwindigkeitsbegrenzungen für Motorräder und Autos auf gleichen Strecken sind bereits an der Tagesordnung. Die Motorradgemeinde wehrt sich gegen diese Ungleichbehandlung und protestiert gegen Kollektivstrafen.

Weit mehr Motorradfahrer als erwartet haben sich dem Protest in Aschaffenburg angeschlossen.

Bilder: Alexander Wilhelm, Dirk Schmele